Übergabe / Roughmix

Wenn du einen Mix professionell in Auftrag geben möchtest, solltest du ein entsprechendes Übergabe-Paket zusammenstellen. 

 

Das Paket sollte folgende Dateien bzw. Infos enthalten:

- Alle Audiospuren ohne Effekte in der Bittiefe und Samplerate deines Projektes
- Einen Roughmix mit Effekten

- Tempoangabe bzw. Tempospur
- Referenzsongs

- Deadline für das Projekt

- ggfs. noch Midi Files

 

 

Die oben genannten Punkte möchte ich im Folgenden noch etwas erläutern.

Audiospuren ohne Effekte

Die Audiospuren braucht der Mixer natürlich -  warum aber ohne Effekte?

 

Wenn Effekte bereits auf den Spuren liegen, hast du die Möglichkeiten des Mix-Engineers unnötig eingegrenzt.

 

Dazu ein kurzes Beispiel: 

Wenn ein Delay auf einer Spur eingerechnet zu viele Feedbacks hat, gibt es eigentlich keine Möglichkeit mehr dies zu ändern. 

 

Das Problem könntest du umgehen, indem du es auf einer extra Spur mit übergibst.

 

Oftmals besitzt ein professioneller Mix-Engineer jedoch eine Vielzahl besser klingender Delays und eine Menge Ideen diese vielleicht passend zu seinem Mixstil einzusetzen. In der Regel rate ich daher davon ab jeden einzelnen subtilen Hall- oder Delay Effekt zusätzlich aus deiner DAW heraus zu rendern. 

 

Ausnahme:

Dein Effekt steht deutlich im Vordergrund des Mixes und bestimmt entscheidend das Songarrangement oder den Charakter des Songs oder macht ihn unverwechselbar.

In diesem Fall hat der Effekt eher die Funktion eines zusätzlichen Instrumentes, welches du natürlich ebenfalls übergeben solltest.

Der Roughmix

Beim Roughmix erstellst du grob einen eigenen Mix deines Songs und legt ihn dem Übergabe-Paket bei. 

 

Der Roughmix teilt dem Mix-Engineer die Lautstärken von Gesang, Instrumente, Schlagzeug usw. mit und wie diese nach deiner Vorstellung in Beziehung stehen sollen.
 

Der Mix-Engineer bekommt somit deine Vorstellung des Songs vermittelt und kann gleichzeitig anhand des Roughmixes immer wieder überprüfen, ob er noch die Basisstruktur der Laustärkenverhältnisse behalten hat. 

 

Der Roughmix ist außerdem die einzige Möglichkeit das Übergabe-Paket zu prüfen:
 

Fehlen eventuell Spuren in der Auslieferung, die im Roughmix aber zu hören sind?

 

Hatten alle Spuren beim herausrendern denselben Startpunkt?

Falls nicht, ist dies am Vergleich mit dem Roughmix schnell herauszufinden.

 

Der Roughmix darf und sollte die Effekte beinhalten.

Tempoangabe bzw. Tempospur

Das Tempo deines Songs in bpm (Beats per Minute) solltest du dem Mixengineer ebenfalls mitteilen, damit er es nicht selbst herausfinden muss.

 

Das Tempo ist wichtig für die Einstellung von Delay-Effekten.

Referenzsongs

Wenn du dem Mix-Engineer ein paar Referenzsongs nennst, die einen ähnlichen Stil haben, oder besser noch den Vibe besitzen den dein Song in etwa auch haben soll, hast du sichergestellt, dass der finale Mix auch deinen Erwartungen entsprechen kann.

 

Deadline für das Projekt

Die Deadline für das Projekt sollte von Anfang an vereinbart werden. Wenn du schon professioneller unterwegs bist und Marketingaktivitäten auf einen bestimmten Release-Termin hinaus vereinbart sind, wird dies umso wichtiger.

Bei der Deadline sollte ebenfalls ein Abgabezeitpunkt für das erste Review vereinbart werden, damit Änderung zeitlich noch implementiert werden können. 

 

Für Reviews empfehle ich immer den ersten Mix 2-3 Tage auf dich wirken zu lassen und erst danach zusammenzustellen, was wirklich noch verändert werden soll. Dies sollte bei der Planung berücksichtigt werden.

 

Midifiles

Wenn du mit virtuellen Instrumenten arbeitest macht es Sinn die zugehörigen Midi-Files dem Übergabe-Paket auch beizulegen. Ein häufiger Grund für einen amateurhaft klingenden Mix ist die Qualität der verwendeten Samples. Wenn die Samples dünn, unmusikalisch oder monoton klingen, ist die beste Möglichkeit die Samples gegen bessere Samples auszutauschen.

 

Aus einem schrecklichen Sample für einen Kick ist meist nicht mehr viel herauszuholen. Wenn der Mix-Engineer jedoch guten Samples und Bibliotheken sein Eigen nennt, so kann er das Problem effizient beheben. Des Weiteren hat er auch die Möglichkeit Sounds mittels Layering aufzublasen (vorausgesetzt du hast ihm die Midi Files auch geliefert). 

Spurenbenennung

Mein letzter Tipp noch: 

Benenne die Spuren kurz und treffend. Ein langer Name, der sich aus dem Namen des Songs, der Spurnummer, dem Namen der Spur und ähnlichem zusammensetzt bewirkt in der DAW des Mix-Engineers, dass er vermutlich bei allen Spuren nur den Songnamen direkt lesen kann. Er ist dann genötigt alles - außer des Spurnamens -  wieder manuell zu löschen, um die Übersicht zu behalten. 

 

Die Files solltest du in ein Archiv packen (z.B. zip oder gzip) und mit einem File Transfer Service über das Internet versenden.

 

Ich verwende zu diesem Zweck immer den kostenlosen Filetransfer Service Wetransfer (www.wetransfer.com). Aber auch Dropbox und ähnliche Services erfüllen denselben Zweck.

 

Per Mail wird dies in aller Regel nicht funktionieren, da die meisten Mailserver nur Anhänge von wenigen Megabyte erlauben.

 

Wenn du die oben genannten Tipps berücksichtigst sollte die Übergabe ohne Probleme ablaufen. 

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© 2020 Mix my Song, Björn Schulz