Mastering Lautstärken

Beim Mastering gilt es den Dynamikumfang des Stückes bestmöglich zu optimieren. Was bedeutet dies aber? Welcher Dynamikumfang ist sinnvoll? Wie hoch sollte ich aussteuern? Im Folgenden findest du ein paar einfache Regeln, die es dabei zu beachten gibt.

Dynamikumfang

Der Dynamikumfang beschreibt die Größe der Variation der Lautstärke innerhalb des zeitlichen Verlaufs eines Musikstückes. Genauer gesagt ist damit der Unterschied der lauteren Stellen zu den leiseren Stellen gemeint. Gemessen wird der Dynamik Umfang in Dezibel. 

 

Zur Anzeige des momentanen Dynamikumfangs gibt es Plugins und Hardwarelösungen. 

Beispielsweise das Plugin bx_meter von Plugin Alliance zeigt links einen momentanen Dynamikumfang von ca. 6 dB an.  Der momentane Peak liegt bei ca. -13 dB.  

 

Zu Beginn des Masterings sollten die Peaks als Richtwert um - 6dB liegen, damit noch genügend Headroom für das Mastering bleibt. Mehr Headroom ist nicht nötig. Wenn dieser doch nötig sein sollte stimmt vermutlich etwas im Mix nicht und der Mastering-Engineer fängt an den Mixprozess fortzusetzen. 

 

Der Dynamikumfang ist heute in erster Linie eine Frage des jeweiligen Genres, denn mit demselben gehen unsere Hörgewohnheiten einher und somit auch eine gewisse Erwartung an den Kompressionsgrad. Ein Dynamikumfang von 6 dB wird bei Jazz unpassend klingen (12 dB wären hier angebracht). Im Bereich EDM können 6 dB Dynamikumfang aber durchaus passen sein. 

 

Dieser Umstand wird oft übersehen, da die Zeiten des sogenannten „Loudness War“ noch nicht lange her sind. 
 

Da "Lauter" relativ gehört als “besser“ empfunden wird, haben Produzenten lange Zeit versucht ihre Mixe immer stärker zu komprimieren und somit lauter erscheinen lassen. Dies hat sie beim Abhören gegenüber anderen Songs besser aussehen lassen (falls ein direkter Vergleich stattfand). Ohne direkte Vergleichsmöglichkeit ist die Qualität der Mixes dadurch allerdings oft eher verringert worden. 

 

Der Song "Cyanide" von Metallica ist ein extremes Beispiel mit nur 3 dB Dynamikumfang.


“Stairway to Heaven“ hingegen von Led Zeppelin ist ein untypisches Beispiel den Rock Genres mit 35 dB Dynamikumfang.

 

Damit der Konsument nicht ständig genötigt ist die Lautstärke an seiner Anlage nachzuregeln wurde die EBU Norm R128 eingeführt, die die empfundene Lautstärke misst. Es sind inzwischen alle Streamingplattformen und Sender dazu übergegangen, die Abspiellaustärke auf eine Durchschnittslautstärke zu nivelieren. Somit macht es heute keinen Sinn mehr seine Mixe lauter als die des Nachbarn zu komprimieren.  Nichtsdestotrotz kann eine gewisse Kompression den Klang natürlich auch verbessern.

 

Hier eine Aufstellung der genre-typischen Dynamiken:

 

8 dB bei Pop, Rock, HipHop, R&B

 

12 dB bei Jazz, Volksmusik, Klassik, Singer Songwriter und Country Music

 

 

Gesamtlaustärke

Die Gesamtlaustärke am Ende der gesamten Masteringkette darf 0dB nicht überschreiten, da sonst unangenehme Digitalverzerrungen folgen. 


Achtung: Dies ist noch nicht sichergestellt, wenn man einen Limiter auf 0 dB ans Ende setzt.

Da abhängig von der Sampling-Einstellung nur in kleinen Abständen der Spitzenwert ermittelt wird, ist es möglich, dass der Wert von 0dB zwischen zwei Samples eben doch überschritten wird. Man spricht hier von „Intersample Peaks“. 

 

Dies kann und sollte  vermieden werden, indem man den Limiter auf der Summe am Schluss auf -0,3 dB einstellt. 0.3 dB Headroom bieten genügend Sicherheit um Intersample Peaks auszuschließen.

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