Mix Template

Jede DAW bietet die Möglichkeit sogenannte Templates zu verwenden. In einem Template sind Routings angelegt und eine Zahl von Spuren mit vielleicht vor-insertierten Plugins enthalten. Der Zweck der Templates besteht darin organisatorische Arbeiten gering zu halten und etablierte Workflows wieder zu verwenden.

Die Verwendung von Templates macht Sinn, wenn diese relativ stabil bleiben.

 

Hier zwei Beispiele:


Ein Template anzulegen macht Sinn, wenn ...

... ein Künstler eine Reihe von Musikstücken vorbereitet hat, die ein ähnliches Arrangement aufweisen. Wenn dabei beispielsweise jedes Musikstück aus einer Beat-Spur besteht, 5-10 Gesangsspuren, 5-10 Adlib-Spuren und 10 Effektspuren, so macht es Sinn ein Template auf der Basis des ersten fertigen Musikstückes zu erstellen und dieses für alle weiteren Songs zu verwenden.

 

Ein Template anzulegen macht wahrscheinlich keinen Sinn, wenn ...

... ein einzelner Künstler genau ein Musikstück bei dir in Auftrag gibt und du viele Genres bedienst. Nach meiner Erfahrung sind die Arrangements und Spurenaufteilung von Künstler zu Künstler zu verschieden als dass ein einziges Template allen gerecht werden könnte.

 

Im Internet finden sich komplexe Templates in denen alle Arten von Instrumentenspuren bereits angelegt sind inkl. diverser Effektspuren für  Hallalgorithmen, Delays und Saturation mit bereits vor- insertierten Effekten und Routings für parallele Kompression etc.

 

Der Nachteil bei solch komplexen Templates ist jedoch, dass ein Projekt schnell unübersichtlich wird, Resourcen der DAW geopfert werden, die vielleicht gar nicht zum Einsatz gekommen wären und du letztendlich Zeit damit verbringen wirst die nicht genutzten Teile wieder zu entfernen.

 

Im Folgenden möchte ich meine Erfahrungen der Template-Gestaltung mit dir teilen.

 

Templates in deiner DAW

Beispiel Cubase:

Eine DAW (Digital Audio Workstation) bringt bei der Installation meistens eine Reihe an vorbereiteten Templates mit in denen sich Mono- und Stereospuren, sowie Gruppenspuren und Midi und Effektspuren befinden. Oftmals ist die Farbgebung auch schon attraktiv gestaltet.

Tipp: Setze einen Masterbus vor die Projektsumme

Wenn du eine Audiospur anlegst, so wird diese bei allen DAWs standardmäßig auf die Summe geroutet.

Während des gesamten Mixprozesses ist dies noch kein Problem. Wenn der Mix jedoch steht, du ihn exportierst und dabei Effekte auf der Stereosumme insertiert hast, läufst du in folgende Situation: 

 

Das herausgerenderte Musikstück wird dem Audio-Pool hinzugefügt und erscheint als neue Spur in deinem Projekt. Wenn du diese Spur nun abhören willst und für weitere Änderungen im Mix zum Vergleich heranziehen möchtest, klingt die soeben gerenderte Spur erneut verändert.

 

Das gerenderte Musikstück wird beim Abspielen im Solomodus nämlich erneut die Effektkette in der Stereo Summe durchlaufen. Dies klingt dann so, als hättest du die Effekte auf der Stereosumme doppelt insertiert. Ouch. 

 

Du kannst dies ganz einfach umgehen, indem du alle Spuren deines Mixprojektes auf einen Masterbus routest, der vor der Stereosumme liegt und die Summeneffekte dort insertierst.

 

Wenn du den fertigen Mix nun herausrenderst, und im Solomodus im Mixprojekt abspielst, so wird dieser direkt auf den Stereobus geroutet (durchläuft also nicht mehr die Summeneffekte, die ja nur ausschliesslich dem Masterbus liegen).

 

Tipp: Lege die Effekte im Wet-Modus auf extra Effektspuren

Effekte werden in zwei Arten unterschieden.


Zum einen in Effekte, die das Originalsignal verändern (z.B. Spurenkompression) -
zum anderen in Zumischeffekte, die das Originalsignal belassen, und stattdessen hinzu gemischt werden (z.B. Hall, Delays).

 

Zumischeffekte können natürlich auch direkt auf Spuren und Gruppen insertiert werden. Dagegen ist nichts einzuwenden und oftmals ist dies der schnellste Weg im Workflow bei kleineren Projekten. 

 

Es kann aber auch Vorteile haben Zumischeffekte auf Gruppenspuren zusammenzulegen: 

 

Die Resourcen des Audio PCs werden dabei auf jeden Fall geschont. Zum anderen ist es einfacher einen zugemischten Effekt für ein Musikstück als Ganzes später anzupassen. 

 

Für dein Template empfehle ich dir Effekte tendenziell zuzumischen und ALLE Effektspuren dann in einer Subgruppe zusammenzuziehen. 

Wenn beim Review des Songs die Anfrage kommt die Effekte generell etwas zurückzunehmen, so lässt sich dies über eine  Effektsubgruppe einfach steuern. 

 

 

Tipp: Subgruppen für die zentralen Instrumentgruppen anlegen 

Der Charakter eines Musikstückes lässt sich als Ganzes optimieren, wenn die Instrumentengruppen in perfekten Lautstärkeverhältnissen zueinanderstehen. 

 

Zur Illustration ein Beispiel:

Subgruppen sind angelegt für Drums, Bass, Guitars, Strings,Vocals und Effekte. 

Wenn allein die Gruppen Guitars und Strings um 1 dB angehoben werden, so verändert dies bereits den Charakter des Stückes erheblich. 

 

Es macht daher immer Sinn die musikalisch zusammengehörigen Gruppen auch als solche in Subgruppen unterhalb des Masterbusses zusammenzufassen.

Tipp: Spuren nach Funktionen einfärben

Ein Projekt kann eine erhebliche Anzahl von Spuren aufweisen. Ich habe schon Projekte mit über 50 Vocalspuren gehabt oder über hundert Einzelspuren. Damit du dich in deinem Workflow nicht verzettelst ist es sinnvoll zusammengehörige Spuren in Ordnern zu organisieren (z.B. alle Background Vocalspuren in einem Ordner) und diese zusammengefasst auf eine Gruppe zu legen. Du kannst dann jeweils nur den Ordner aufklappen, an dem du tatsächlich gerade arbeitest und später -  wenn die Einzelspuren bearbeitet sind - dich den Gruppenspuren gezielt zuwenden. 

 

Ich empfehle dir daher die Gruppenspuren auf jedem Fall einheitlich einzufärben und ggfs. alle Spuren innerhalb einer Gruppe mit einer Farbe zu belegen. 

 

Wenn du viel mit parallelem Processing arbeitest empfehle ich dir auch diesen Spuren einzufärben.

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© 2020 Mix my Song, Björn Schulz