Plugins

Heute arbeiten so ziemlich alle Mixer in einer DAW (Digital Audio Workstation). Die Vorteile liegen auf der Hand: Total Recall- Funktionalität, schneller Workflow, vereinfachtes Editieren. Dabei kommen auch Plugins zum Einsatz, die in den Signalwegen eingesetzt werden. 

 

Auf dem Weg zum Mixer ist es reizvoll sich ein großes Arsenal von Plugins zuzulegen, dient doch jedes neue Plugin auch als weiteres Werkzeug den Mix zu gestalten. Es gibt regelrechte Plugin Sammler. In vielen DAWs finden sich dann auch mehrere Hundert Plugins. Oft kam der Ruf die Anzahl der in Reihe geschalteten Plugins in DAWS weiter zu vergrößern. 

Dahinter steckt jedoch oft nur eine gewisse Frustration mit den bisher eingesetzten Mitteln noch nicht das gewünschte Ergebnis erreicht zu haben. 

Nach meiner Erfahrung nimmt die Anzahl der im Mix verwendeten Plugins ab einem gewissen Entwicklungsstand (betrifft Hörerfahrung als auch technisches Setup wieder ab). Denn wenn du deinem Setup wirklich vertrauen kannst, kommst du auch mit wenigen wirklich treffenden Mixentscheidungen aus.

 

Im Folgenden möchte ich dir ein paar handverlesene Plugins vorstellen, die etwas besonders gut können oder eine Eigenschaften aufweisen, die mit anderen Plugins nicht so leicht nachbildbar sind.

 

LetiMix GainMatch

DIE Lösung für das (automatische!) Gain Matching!

 

GainMatch wird am Anfang und am Ende eines Kanalzuges insertiert. Alle Änderungen, die durch Plugins dazwischen bewirkt werden, werden bei Bedarf automatisch auf das ursprüngliche Gain Level nachgeregelt. Bis zu 64 Gain Matching Gruppen können gebildet werden (also auf bis zu 64 Kanälen anwendbar). Das Plugin kann noch viel mehr, jedoch ist das automatische Gain Matching DIE entscheidende Funktion.

 

Das Plugin ist einfach und intuitiv zu verstehen. Die Automatik des Gain Matchings ermöglicht es erstmals feinste Nuancen bei EQs und sogar das feinste Regelverhalten von Kompressoren objektiv zu beurteilen. Die Zeitersparnis ist immens und dazu ist es auch noch überaus günstig: 

 

Gerade mal ~10 Euro kostet das Plugin.

 

 

Fabfilter Q3

Der vermutlich am häufigsten eingesetzte Equalizer überhaupt.

 

Der EQ ist aufgrund seines intuitiven Designs am schnellsten und einfachsten zu bedienen. Außerdem klingt er gut und ist auch noch verhältnismäßig günstig. 

 

Da unser auditives Gedächtnis von extrem kurzfristiger Natur ist, wird dieser EQ diesem Umsatz von allen am besten gerecht.

Zynaptik Adaptiverb

Die Firma Zynaptik beschäftigt sich in einigen ihrer Produkt damit unmögliches möglich zu machen. Adaptiverb schafft es die Harmonie, die in der Hallfahne fortgesetzt wird der wechselnden Harmonie anzupassen. Dies klingt besonders gut beim Klavier und anderen Instrumenten, die ein langes Sustain aufweisen.

Oeksound Sooth2

Soothe2 ist ein Spezialist, wenn es darum geht schmalbandige störende Frequenzen aus deinem Signal entfernen, wie Dröhnen, überzogene Nahbesprechungseffekte und beißende Frequenzen. Soothe2 eignet sich auch hervorradend, um Instrumente weicher und analoger klingen zu lassen.

Waves Maxxbass

Maxxbass berechnet Obertöne basierend auf den Grundtönen im Bassbereich in Echtzeit und mischt diese dazu. Das Ergebnis ist ein durchsetzungsfähigerer Bassbereich, das auch auf kleinen Lautsprechern sich besser durchsetzen kann.

Celemony Melodyne 5

Melodyne ist konkurrenzlos, wenn es darum geht Stimmen gezielt zu tunen. Mit der Version 5 ist der Workflow noch einmal ganz erheblich vereinfacht worden. Die Technologie war von Anfang an  revolutionär und hat das Thema Vocal Tuning auf einen neuen Standard gehoben.

Goodhertz CanOpener

Wenn du Monosignale ganz nach links oder rechts im Stereopanorama verteilen willst, wird dies auf Kopfhörern immer unnatürlich klingen. Ursache ist das fehlende Crossfeeding. Auf Studiomonitoren, würdest du mit  beiden Ohren immer die Signale beider Seiten hören, wenn auch mit unterschiedlicher Lautstärke und geringem klanglichem Unterschied. Auf Kopfhörern hingegen würdest du das Signal zu 100% nur auf einer Seite hören (was unnatürlich ist und nicht sehr angenehm klingt). CanOpener bietet dir ein gut klingendes Crossfeeding. Das zugemischte Crossfeeding, welches dann natürlich auch über die Studioboxen zu hören sein wird ist dort aber so unauffällig, dass sich dessen Einsatz allemal lohnt. 

Synchro Arts - VocAlign Project

Mit VocAlign kannst du mehrere Gesangsspuren hinsichtlich einer Referenzspur im Timimg synchronisieren. Die Referenzspur wird über einen Sidechain-Kanal dem Plugin mitgeteilt. Das Plugin erkennt die Abweichungen in der Timing-Struktur und synchronisiert diese. Das Plugin bewirkt bringt eine echte Zeitersparnis, wenn es um Timingkorrekturen bei einer Vielzahl von Chorspuren geht.

Soundizers -  StereoMonoizer

Wenn du als Mixer Audiospuren geliefert bekommst, wurden diese meistens als eine Sammlung von Stereospuren aus einer DAW herausgerendert. Dabei wird selten unterschieden zwischen Spuren mit echtem Stereomaterial, gegenüber Stereosuren, die eigentlich ein gepanntes Monosignal enthalten und Stereospuren mit reinem Monosignal. 

 

Das Programm StereoMonoizer von Soundizers untersucht alle Spuren des Projektes, zeigt die Art von Stereo- bzw. Monosignalinhalt an und konvertiert die Spuren ggfs. in Monosignale zurück. 

 

Das Programm spart eine Menge Zeit, wenn es darum geht angelieferte Spuren für ein Mixprojekt vorzubereiten. 

Ian Sheperd -  Perception

Aus meiner Sicht das wichtigste Mastering-Plugin: 
Das Plugin Perception von Mastering Engineer Ian Sheperd. 

 

"Mastering ist wie Adobe Photoshop für Audio" -  so beschreibt es Ian Sheperd selbst. 

Beim Mastering gilt es das Frequenzbild des Gesamtsignals auszubalancieren, es zu verdichten, mit Sättigung anzureichern, den Groove noch etwas zu betonen und die Dynamik dabei dennoch in Takt zu halten. 

 

Wenn deine akustische Umgebung für das Mastering optimiert ist verbleibt eine weitere Herausforderung: 

Du machst im Mastering vergleichsweise sehr kleine Änderungen. Wirklich einschätzen (ob sie wirklich etwas positiv verändert haben) kannst du diese aber nur, wenn du dazu ein wirklich genaues Level-Matching durchgeführt hast.

Genau dies ist bei so kleinen Änderungen jedoch sehr schwierig und wird dadurch erschwert, dass du das Vergleichsklangbild nicht lang genug im auditiven Kurzzeitgedächtnis behalten kannst. 

 

Perception löst dieses Problem. Es vergleicht die Laustärke vor - und nach der Anpassung und führt ein Level-Matching bequem per Knopfdruck innerhalb von ca. 2 Sekunden durch. 

 

Alternativ gibt es zu diesem Zweck das Plugin MCompare von Melda Production, was jedoch nicht ganz so benutzer-freundlich zu bedienen ist.

 

Ian Sheperd -  Dynameter

Dynameter ist ein weiteres Plugin von Ian Sheperd für das Mastering. 

 

Das Plugin zeigt auf einer vertikalen Zeitleiste die Differenz zwischen Peak-Werten (Lautstärke der Transienten) und der Lautheit an. Letztlich entspricht dies der Dynamik in der Musik unabhängig von der Lautstärke.

 

Wenn die Musik zu stark komprimiert / limitiert wurde geht die Zeitleiste in den roten Bereich.

 

Streaming Dienste wie Spotify haben dem Loudness War ein Ende gesetzt, indem sie die Lautstärke der Musik automatisch mit dem Ziel einer einheitlichen Lautheit zurückregeln. Dynameter hilft die Qualität der Musik unter diesen Umständen auf eine optimale Dynamik hin auszurichten.

 

Aus meiner Sicht macht es Sinn das Plugin auch während des Mixprozesses einzusetzen, um frühzeitig zu erkennen, wenn die Musik überkomprimiert klingt.

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© 2020 Mix my Song, Björn Schulz