Subwoofer

IIrgendwann stellt sich jeder Mixer die Frage: Brauche ich einen Subwoofer? Diese Frage stellt sich in erster Linie aus finanziellen Gründen, denn ein Subwoofer ist eine wohlüberlegte Investition, die nicht für jeden Anwendungszweck auch Vorteile bringt. Im Folgenden möchte dir ein paar Entscheidungshilfen an die Hand geben, ein paar Erwartungen dämpfen und dir aufzeigen, wie du deinen Mix auch ohne Subwoofer möglichst optimal gestalten kannst.

Positionierung

Ein Subwoofer ist in der Lage dir die tieferen Frequenzen adäquat wiederzugeben.

Er wird zwischen deinen Studiomonitoren platziert als einzelner Lautsprecher, da das menschliche Ohr nicht in der Lage ist sehr tiefe Frequenzen im Panorama zielsicher zu orten.

 

Dies ist auch nebenbei jedoch auch selten gewünscht. Viele Mastering-Plugins integrieren zu diesem Zweck ja ohnehin einen "Monomaker" mit dem parametrisiert tiefe Frequenzen in die Mitte verschoben werden.
 
Viele Studiomonitore sind in der Lage bis 50 Hz herunter Frequenzen wiederzugeben, jedoch geschieht dies eher mit Ach und Krach und zu Lasten der Impulstreue. 

 

Ein Subwoofer ist genau für diesen Zweck gebaut. Meistens wiegt er entsprechend viel, um die nicht unerhebliche Energie in den Raum übertragen zu können. 

 

 

Es ist durchaus möglich ohne Subwoofer auszukommen, jedoch musst du dabei einige Nachteile in Kauf nehmen. Um dies zu verdeutlichen, möchte ich dir aufzeigen was passiert, wenn du ganz ohne Subwoofer mixt.

 

 

Ohne Subwoofer kann es sein, dass einige Audiospuren tieffrequente unerwünschte Artefakte enthalten (z.B. Trittschall bei Gesangsaufnahmen), die du auf den Studiomonitoren nicht hören kannst. Die Folgen sind: Ein unsauberer Mix, hörbare Artefakte im Low End, welche erst auf größeren Anlagen hörbar werden, sowie ein unberechenbares Verhalten von Compressoren und Limitern im Mix. Letztlich auch noch verlorener Headroom beim Mastering. 

 

 

Dies ist in gewissen Grenzen in Spektrum Analyzer-Tools sichtbar.

"In gewissen Grenzen" meint hier, dass der Analyzer nicht unterscheiden kann zwischen gewolltem Low End und ungewolltem Low End und schon gar nicht zwischen gut klingendem Low End und unschön klingendem Low End.

 

Für diese Art von Beurteilung brauchst du einen akustisch hochoptimierten Raum oder einen besonderen Kopfhörer, der in der Lage ist das Low End präzise abzubilden.

 

Abgesehen von ungewollten tieffrequenten Störsignalen ist es aber auch schwieriger, die Level der tiefen Frequenzen entsprechend einzuschätzen. Wie schon erwähnt hat ein kleinerer Studiomonitor große Mühe diese Frequenzen zu erzeugen und stellt diese unter Umständen schwächer dar als sie tatsächlich in den Spuren vorhanden sind. 


Dies fällt dann oft erst auf, wenn man sich den eigenen Mix beispielsweise im Autoradio anhört und die aus der Balance geratenen Bässe verwundert zur Kenntnis nimmt.

 

Manche Schrecken vor der Anschaffung eines Subwoofers zurück, da sie erwarten, dass es im Studio nun besonders laut werden würde und befürchten Probleme mit ihren Nachbarn. 

 

Dies ist in der Praxis nicht zu erwarten. Zum einen wirst zu Frequenzen unter 40 Hz vermutlich ohnehin aus deinem Mix verbannen wollen (insofern du kein Geräusch eines Vulkanausbruchs für einen Kinofilm bearbeiten möchtest), denn es enthält musikalisch keinen Mehrwert, ist auf den meisten Wiedergabesystemen ohnehin nicht zu hören und macht sehr wahrscheinlich  Probleme beim Mastering.

Zum anderen bewirkt ein Subwoofer (wenn er richtig eingerichtet ist), dass du die tieferen Frequenzen genauso eingepasst hören kannst, wie den Rest des Frequenzspektrums. Also nicht übermäßig laut sondern eingebettet in die wahren Proportionen des Gesamtfrequenzspektrums.

Was kannst du nun aber ohne Subwoofer tun, um die oben genannten Probleme zu vermeiden?

 

Tieffrequente Störfrequenzen kannst du relativ gut mittels eine Spektrum Analyzers finden und anschließend per Low Cut Filter eliminieren. Dies ist auf den Einzelspuren effizient zu bewerkstelligen..

 

Ob die tieferen Frequenzen in Balance sind oder nicht kannst du am besten feststellen, wenn du den Mix probeweise auf unterschiedlichen Wiedergabesystemen hörst und vor allem in unterschiedlichen Räumen, da jede Raumgeometrie andere Raummoden erzeugt und diese Moden natürlich zu einer verfälschten Wahrnehmung tiefer Frequenzen führen müssen.

Es macht also keinen Sinn, den Bassbereich nur in einem einzigen akustisch unbehandelten Raum probezuhören und sofort zum Equalizer zu greifen, um die Raummoden im Bassbereich zu korrigieren.

Subwoofer von Neumann

Links im Bild :  Der Neumann KH 810 Subwoofer. Das Subwoofer verfügt über eine zuschaltbare Frequenzweiche und geht bis 18 Hz runter. 

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